Donnerstag, 22. Mai 2014

Rezension: Martina Riemer - Glasgow Rain

Glasgow Rain


Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
EBook: 298 Seiten
Preis: 2,99 EUR
Taschenbuch: 11,99 EUR
Erscheinungsdatum: 03/2014


Inhalt:
Vic steht am Ende ihrer Schulzeit aber das ist ihr geringstes Problem. Viel mehr macht es ihr zu schaffen das sie mit ihrem Vater immer wieder Kämpfe ausfechten muss und er ihr gegenüber sehr eisig ist. Dadurch ist der Verlust ihrer Mutter für sie stets präsent. Dass ist aber auch der Grund dafür das sie sehr verschlossen ist und sich auf Gefühle nicht einlässt. Cailean, ihre On-Offf-Beziehung stört das nicht, zumindest so lange nicht bis sich Vic in Rafael verliebt und sich daher von Cailean trennt. Dieser will sich das nicht gefallen lassen und bedrängt und bedroht sie immer wieder. Zudem fühlt sie sich immer wieder beobachtet und verfolgt. Tja und dann sind da auch noch diese gruseligen Träume...in Vics Leben spielt alles verrückt - ihre Gefühlswelt, ihre Freunde, ihr Vater!

Meinung:
 Leider bin ich von dem Buch etwas enttäuscht. Die Geschichte hat sehr vielversprechend angefangen weil ich mich gefreut habe auf eine Mischung aus Liebesgeschichte und Thriller. Leider ist es im Laufe des Buches mehr zu einer Liebesgeschichte geworden als zu allem anderen.
 Die Spannung, die nicht nur durch die Frauenmorde sondern auch durch Vics Träume und ihren Verfolger geschaffen wurde, hatte defintiv Gänsehautfaktor. Gerade die Art und Weise beschrieben wurde wie Vic sich beobachtet fühlt, war wirklich gruselig. Dabei waren die Träumen noch das I-Tüpfelchen. Leider konnte diese Spannung nicht aufrecht gehalten werden da die Handlung sich dann so verstrickte das es leider in den Hintergrund rückte.
Dafür wurde sehr viel mehr Wert auf die Charaktere gelegt. Diese wurden gut gezeichnet und wirklich lebendig. Gerade die Zwillinge waren für mich einfach genial. Nicht nur das sie unheimlich witzig waren, man konnte die Kabbeleien der Zweien miterleben aber auch die tiefe Bindung untereinander und zu Vic.
Vic...ist ein sehr komplexer Charakter. Sie hat so einige Päckchen zu tragen aber war mir manchmal einfach zu dramatisch. Zum einen hat sie eine Situation dramatischer gemacht als sie war aber auch durch ihr eigenes Handeln eine Dramatik geschaffen, die nicht hätte sein müssen.
Rafael war mir sehr sympathisch weil er so ehrlich und echt war. Mir hat es gefallen wie er mit Vic umgegangen ist und seine Intensität.
Die Beziehung der Beiden war mir too much! Ich hätte nie gedacht das mir eine Liebesgeschichte mal zu viel sein könnte aber das Geturtel der Beiden hat es geschafft. Wobei das wohl auch daran lag das Vic alles immer zu einem Drama gemacht hat.
Obwohl mir das nicht gefallen hat, muss ich gestehen das ich es dennoch sehr authentisch fand. Denn wenn man unsere Zeit betrachtet, das Alter...dann reagiert Vic wie man es selbst auch bei einigen Menschen beobachten kann.  Also in dem Sinne schon sehr gut umgesetzt aber ich finde solche Menschen halt auch in der Realität anstrengend und dementsprechend war meine Sicht auch auf Vic.
Zu der Lösung des Ganzen, nun das war schon sehr vorhersehbar aber das kennt man ja von vielen Büchern. Es wäre vielleicht überraschender gewesen wenn die Bösen, nicht von Anfang an als die Bösen dargestellt wurden. Was mich aber überrascht hat war die Triebfeder für die ganzen Verbrechen. Das war echt abgefahren! Aber dass hat leider die ganzen Ansätze überschattet wie die Träume. Wenn man die ausgebaut und nicht so im Sande verlaufen gelassen hätte, dann wäre die Geschichte einfach runder gewesen.
Was man aber sagen kann, ist das die Autorin einen guten Schreibstil hat denn gelangweilt habe ich mich nicht. Außerdem hat es mir gefallen das sie ihre Kapitel mit Zitaten eingeleitet hat. Diese waren sehr gut gewählt und passten immer wunderbar um Inhalt.
Alles in allem kann man sagen das man hier eine solide Geschichte hat, die ausbaufähig ist.
Ich freue mich aber schon auf das nächste Buch der Autorin denn Talent zum Schreiben hat sie.
  

Über die Autorin:
Martina Riemer ist in einem kleinen Ort in Niederösterreich aufgewachsen, wohnt aber nun schon seit einigen Jahren in Wien. Zurzeit ist sie als Sachbearbeiterin in einer technischen Abteilung eines Busunternehmens überwiegend mit eher zahlenlastigen Arbeiten beschäftigt. Privat geht sie ihrer Leidenschaft, Bücher zu lesen, sie auf ihrem Blog zu rezensieren und auch eigene Geschichten zu schreiben, die ihr im Kopf herumschwirren und ihr wichtig sind, mit Freude nach – dies empfindet sie als ihre wahre Berufung.
Tagträumerin war sie schon immer, und daher ist es naheliegend, ihre Fantasien und Gedanken auch in Form von Geschichten aufzuschreiben, um sie mit anderen zu teilen.
Begonnen hat alles mit Bücherrezensionen auf ihrem Literaturblog – erst später wurden eigene Gedankensplitter zu verstrickten Ideen, die sich zu Geschichten formten.


Ein großes Dankeschön an Lovelybooks und Martina Riemer für das Rezensionsexemplar und die Leserunde!

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