Dienstag, 6. Oktober 2015

Rezension: E. Lockhart - Solange wir lügen

© Ravensburger

Solange wir lügen

Verlag: Ravensburger
Hardcover: 320 Seiten
Preis: 14,99 EUR
Ebook: 12,99 EUR
Genre: Jugendbuch
ISBN: 978-3-473-40130-7
Erscheinungstermin: 08/2015

Jugendbuch ab 12 Jahre


Inhalt:
Cadence hatte einen Unfall und kann sich zugleich nicht mehr daran erinnern. Sie weiß überhaupt kaum noch etwas aus dem Sommer als sie 15 Jahre wurde. Nun, 2 Jahre später kehrt sie auf die Insel ihrer Familie zurück. Sie will sich erinnern und das Rätsel um ihren Unfall lösen. Was ist wirklich passiert?

Meinung:
Das Cover ist irgendwie recht düster. Es passt zwar wunderbar zum Buch aber es wirkt nicht so ansprechend. Der Titel passt zu der Düsternis, wirkt dabei durchaus interessant und geheimnisvoll.
Und geheimnivoll ist auch das Stichwort für die Geschichte. Man wird direkt ins Geschehen geworfen. Candence berichtet von ihrem Leben und man weiß einfach nicht was eigentlich los ist. Das macht das Buch unendlich spannend. Stück für Stück bekommt man Teile des Puzzles aber das ganze kann man einfach nicht fassen. Man spürt das da etwas schlummert aber es entwicht jedes Mal. Stattdessen sticht Cadence durch ihre Distanziertheit heraus. Sie wirkt wie von der Welt abgeschnitten, mysteriös und unendlich traurig, einsam. Dadurch ist es sehr schwierig eine Beziehung zu ihr aufzubauen und so bleibt man einfach ein stiller Beobachter. Doch dann kommen ihre Metaphern und die treffen einen wirklich. Cadences Gefühle werden so treffend beschrieben das man genau spürt was sie damit sagen will. Es kommt auch immer wieder so überraschend das es einen wirklich hinterrücks trifft. Das gehört zu dem besonderen Stil der Autorin der wirklich einzigartig ist. Und wenn man sich etwas erholt hat werden Märchen-Analogien eingestreut um etwas zu verdeutlichen oder den Leser noch mehr in die Irre zu führen. Doch Brotkrume für Brotkrume folgt man dem Geschehen weil man gar nicht anders kann. Als die Spur zur Insel führt lernt man auch endlich ihre "Freunde" kennen. Sie sind ihre Welt obwohl diese Welt immer nur einen Sommer auf dieser Insel hält. Cadence lebt ein Leben welches vielen fremd ist. Geld ist dort viel zu selbstverständlich doch wenn man tiefer gräbt tun sich auch dort die Abgründe auf. Die Abgründe sind vielleicht sogar tiefer weil Geld durchaus das Schlechteste zum Vorschein bringen kann. Es ist eine zerstörerische Kraft und Cadence muss nun das durchleben. Doch es ist für sie durch die ständigen Schmerzen sowieso nichts mehr wie es einmal war. Und sie sucht verzweifelt nach der Wahrheit. Ihre Freunde fand ich dabei sehr seltsam, ihr Verhalten kam mir einfach merkwürdig vor und dazu geführt das ich sie nicht gerade sympathisch fand. Das hat mich wirklich gestört und ich wollte einfach nur noch wissen was denn nun wirklich passiert war.
Und dann kam das Ende. Dieses Ende, hat mich komplett überrrollt und richtig kalt erwischt. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet weil ich die Puzzleteile einfach nie richtig zusammengesetzt hatte. Doch am Ende ergibt alles Sinn und man müsste noch einmal von Vorne anfangen um wirklich zu sehen. Das Ende hat es geschafft mich doch noch zu berühren und hat es nicht zugelassen weiter der Beobachter zu sein. Es tut jetzt noch weh. Was für ein Buch, ich bin einfach fassungslos.


Über den Autor:
E. Lockhart studierte Schreiben an der Vassar und an der Columbia University. Über ihre Homepage emilylockhart.com und über Twitter (@elockhart) hält sie engen Kontakt zu ihren Lesern. Ihr neuestes Jugendbuch Solange wir lügen stand wochenlang auf der New York Times Bestsellerliste und erhielt in Amerika zahlreiche Auszeichnungen.
Quelle: Ravensburger

Danke an Lovelybooks und Ravensburger für die tolle Leserunde und das Exemplar!

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