Montag, 6. Juli 2015

Rezension: Kody Keplinger - Von wegen Liebe

Von wegen Liebe

Verlag: cbt
Ebook: 352 Seiten
Preis: 7,99 EUR
Taschenbuch: 8,99 EUR
Genre: Jugendbuch ; Liebesgeschichte
ISBN: 978-3-570-30839-4
Erscheinungstermin: 02/2013

Ab 13 Jahre

Inhalt:
Bianca hat schwierige Familienverhältnisse aber ihre 2 besten Freundinnen, geben ihr den nötigen Halt. Doch dann offenbart ihr der unausstehliche Wesley Rush das sie eine DUFF ist - die unattraktive fette Freundin. Das verändert alles und ihre kleine Welt scheint einzustürzen. Da ist Wesley genau das richtige Ventil. Aber kann es ein Happy End für eine DUFF geben?

Meinung:
Vom Titel und Cover wirkt dieses Buch wie eine der üblichen Liebesgeschichten. Aber eine der üblichen Geschichten ist alles andere was man hier erwarten kann. Die ersten paar Sätze reichten schon aus um mich völlig in Beschlag zu nehmen. Ich konnte ab dem Punkt nicht mehr stoppen und hab das Buch nur unterbrochen um ein paar Stunden zu schlafen. Denn Bianca ist einfach nur echt. Ihre Sicht, ihre Probleme aber vor allem ihre Schlagfertigkeit hauen einen einfach um. Und bei ihr muss man auf alles gefasst sein denn sie wird garantiert nicht so reagieren wie man es erwartet. In Kombination mit Wesley ist das einfach köstlich. Denn die Beiden haben eine einzigartige Art miteinander umzugehen. Sie sind so unverfälscht und sie bringen einen immer wieder zum Schmunzeln.
Aber nicht die Beiden machen das Buch zu etwas außergwöhnlichen. Es ist das was man zwischen den Zeilen lesen kann.
Nimmt man zum Beispiel Biancas Freundinnen, da geht es nicht darum wer sie sind oder was sie repräsentieren sondern es zählt allein wie sie bei Bianca sind. In jeder Zeile kann man die tiefe Verbundenheit der drei Freundinnen spüren und das es nicht bloß etwas oberflächliches ist sondern das sie sich so akzeptieren wie sie sind. Sie kennen die Schwächen des Anderen aber auch die Stärken. Hier kann man lesen was wahre Freundschaft ausmacht aber auch was Liebe ist.
Liebe ist das zentrale Thema das Buches und damit meine ich nicht nur die zwischen zwei Liebenden, nein. Es geht um die Liebe zu seiner Familie, die einen Dinge tun lassen und aushalten lassen, die keiner vermag. Die Liebe zu Freunden weil sie manchmal die Familie sind, die wir so nötig brauchen. Und vor allem die Liebe zu sich selbst. Denn man kann all die verschieden Arten von Liebe nur erfahren, zulassen wenn man bei sich selbst anfängt.
So schildert dieses Buch aus einer hochsensiblen Sicht, das Gefühlsleben eines jeden Jugendlichen - die Unsicherheit, die Einsamkeit, die Machtlosigkeit aber auch den Mut, die Loyalität, die Leidenschaft.
Das Meisterhafte ist, dass man sich selbst dort zwischen den Zeilen findet, das es einem nahe geht weil man so sehr nachvollziehen kann wie Bianca sich fühlt. Man geht aus dem Buch mit hocherhobenen und stolzen Blick aber auch mit der Erkenntnis das jeder von uns eine DUFF ist.

Über den Autor:
Kody Keplinger ist in Kentucky geboren. Ihren Debütroman schrieb sie mit 17, als sie selbst noch auf die Highschool ging. Inzwischen besucht sie das Ithaca College in New York und hat bereits einen weiteren Roman in den USA veröffentlicht. 
Quelle: cbt

Mittwoch, 1. Juli 2015

Rezension: Lisa McAbbey - Reise nach Edinburgh

Reise nach Edinburgh

Verlag: Ullstein
Ebook: 480 Seiten
Preis: 4,99 EUR
Genre: Historischer Roman
ISBN: 9783958180123
Erscheinungstermin: 09/2014


Inhalt:
1754, Samantha Fairfax nimmt ihr Schicksal in die eigene Hand und flieht aus dem Haus ihres Onkels. Sie will nicht zwangsverheiratet werden und verkleidet sich daher um mit der Kutsche nach Schottland zu reisen. Sie will zu ihrer Tante doch dafür muss sie unerkannt bleiben. Gelingt es ihr? Oder hat der unausstehliche Landschaftsarchitekt, Henry James sie bereits durchschaut?! Und was ist mit dem schönen französischen Comte? Eine Reise voller Ungewissheit und Abenteuer beginnt...

Meinung:
Das Cover finde ich sehr schön. Es passt zu der Zeit und lässt eine Reise vermuten wodurch auch der Bogen zum Titel geschlagen wird. Den Titel finde ich ein wenig unspektakulär und nichtssagend und dass passt einfach nicht zu diesem Buch.
Wie bereits oft von mir erwähnt, besteht zwischen historischen Romanen und mir eine regelrechte Hass-Liebe. Ich lese sie durchaus gerne aber sie müssen mich halt packen und es gibt nicht vieles was mich überzeugt. Doch Lisa McAbbeys "Reise nach Edinburgh" hat mich schon deshalb angesprochen weil es zum einen in England/Schottland spielt und im 18 Jahrhundert. Ich liebe diese Zeit und ich finde es unheimlich spannend. Interessant war für mich das dass Buch aus einer englischen Sicht geschrieben ist und nicht aus einer schottischen. Denn es ist die Zeit der Aufstände, die Schotten wollen keinen deutschen König und versuchen Bonnie Prinz Charles auf den Thron zu setzen. Von der schottischen Seite wurden schon einige Bücher geschrieben und so war ich sofort fasziniert.
Der Anfang hat aber zunächst einen klassischen Aschenputtel-Tatsch. Sam, verliert ihre Eltern und muss vortan bei ihrem Onkel leben, dessen Frau und Töchter ihr das Leben zur Hölle machen. Erst wenn Sam das Haus verlässt fängt die Geschichte wirklich an. Die Reise beginnt und wird zu einem wahren Verwirrspiel. Schnell wird klar das nicht nur Sam vorgibt jemand zu sein, der sie nicht ist. Aber wem kann Sam vertrauen? Wer mich wirklich von Anfang an begeisterte war Henry. Seine ganze Art, seine Haltung, fand ich einfach nur herrlich. Wie er Sam reizt und sich mit ihr kabbelt...das ist einfach grandios. Es macht Spaß ihn und Sam zu beobachten. Denn obwohl er Sam bis aufs äußerste reizt, ist zwischen ihnen eine spürbare Anziehung. Das ist so süß und wirkt auch einfach natürlich, echt. Ich konnte gar nicht aufhören die beiden zu beobachten und ihnen auf ihrer Reise zu folgen. Es gab einfach zu viele Geheimnisse, zu viele Abenteuer. Denn auf der Reise befinden sich auch ein französischer Spion und ein Agent des Königs. Und da ist auch immer noch der verschmähte Ehemann von Sam. Eine grandiose Reise darf man mitmachen und es macht einfach Spaß. Man bekommt gar keine Zeit mal kurz Luft zu holen weil Knall auf Fall etwas passiert. Es ist herrlich und dabei auch noch perfekt in der Zeit verankert. Man vergisst die eigene Gegenwart und verliert sich in der Vergangenheit.
Danke für diese Reise, Lisa!

Über den Autor:
Lisa McAbbey, geboren 1970 in Wien, hat Rechtswissenschaften studiert und – vor ihrem Sprung ins Berufsleben – einen sechsmonatigen Aufenthalt in London eingeschoben, um ihre Sehnsucht nach der „Insel“ ausgiebig zu stillen. Seitdem ist sie zu einem eingeschworenen Großbritannien-Fan geworden. Lisa McAbbey ist für einen internationalen Konzern tätig, ihre Freizeit verbringt sie mit Schreiben und dem Versuch, ihrem Hund Manieren beizubringen. 
Quelle: Ullstein

Danke an Lisa McAbbey für dieses wundervolle Rezensionsexemplar!

Juni-Highlight

Meine lieben Büchereulchen,

der Monat ist rum und ich will euch natürlich verraten was mein Highlight war. Und ich muss darüber auch gar nicht lange nachdenken. Denn im Juni gab es ein Buch das mir einfach an die Nieren gegangen ist und das ist natürlich Bird Box! Ich konnte es nicht aus der Hand legen und immer wieder kroch eine Gänsehaut über meinen Körper. Allein die Vorstellung davor Angt haben zu müssen die Augen zu öffnen, etwas zu sehen lässt mich jetzt schon wieder Gruseln.
Das Buch ist ganz große Kunst und zwar durch seine Beschreibungen und dem was nicht beschrieben wird. Aber man muss sich auch auf das Buch einlassen sonst funktioniert der Zauber nicht.
Doch wenn man es zulässt, nimmt es dich gefangen!

Eure schockstarre Jen