Montag, 12. Oktober 2015

Rezension: Harlan Coben - Ich finde dich

© Goldmann

Ich finde dich

Verlag: Goldmann
Taschenbuch: 448 Seiten
Preis: 9,99 EUR
Ebook: 8,99 EUR
Genre: Thriller
ISBN: 978-3-442-48258-0
Erscheinungstermin: 03/2014



Inhalt:
Jake Fisher kann die Liebe seines Lebens nicht vergessen. 6 Jahre ist es her das Natalie ihn verlassen hat und einen anderen geheiratet hat. Doch dann wird ihr Mann ermordet und niemand scheint Natalie zu kennen. Aber wo steckt Natalie? Und wer ist sie überhaupt? Jake macht sich auf die Suche nach ihr, aber ist er auch bereit für die Wahrheit?

Meinung:
Das Cover wirkt düster und bedrohlich was gut zu einem Thriller passt. Was ich jedoch nicht verstehe sind die Dünen und die Häuser die an Dänemark erinnern. Das passt in meine Augen einfach nicht zur Geschichte. Durch den stark hervorgehobenen Titel wirkt selbst dieser wie eine Drohung und gerade der Titel hat mich irgendwie angesprochen.
So nun aber zur Geschichte. Puh! Ich muss sagen ich bin enttäuscht. Ich hatte mir wirklich mehr davon versprochen.
Es fängt bei Jake an. Ich fand ihn einfach unsympathisch. Deshalb muss einem das Buch nicht gleich missfallen aber es macht es einem schon schwer. Ich meine seine korrekte und akurate Art, sein schwarz/weiß Denken und das zusammen mit seiner Besessenheit zu Natalie, macht ihn einfach sehr anstrengend. Es ist ja schön das Jake in seinem Mikrokosmos lebt aber so ist eben nicht das Leben. Natürlich gab es durchaus eine Entwicklung des Charakters zu sehen im Laufe der Geschichte aber das hat es nicht unbedingt besser gemacht.
Und die Geschichte an sich, tja die war sehr verworren. Ich hatte den Eindruck es wären 4 Geschichten, die mit Gewalt in eine gepresst wurden. Das ist eine ziemliche Herausforderung, die manchem Autor gelingen mag aber ich bin dabei verloren gegangen. Ich empfand es sehr anstrengend der Geschichte zu folgen und als ich am Ende ankam waren zwar alle Rätsel gelöst aber ich fand sie absurd. Ich meine man kann doch nicht durch ein bisschen Recherchieren das ganze Mysterium lösen. Und wenn dann hätte man das durchaus mit weniger Seiten schaffen können. Es war einfach langatmig obwohl der Schreibstil sehr flüssig zu lesen war.
Allein die wirklich amüsanten Dialoge mit der Sekräterin waren mein Lichtblick. Sie hat mir den Tag gerettet aber die Geschichte retten konnte sie auch nicht.
Wirklich schade! Es klang vielversprechend aber ich bin froh das es zu Ende ist. Das Buch ist vielleicht einfach Geschmackssache...

Über den Autor:
Harlan Coben wurde 1962 in New Jersey geboren. Nachdem er zunächst Politikwissenschaft studiert hatte, arbeitete er später in der Tourismusbranche, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Er hat bislang zwölf Thriller geschrieben, die in über zwanzig Sprachen übersetzt wurden. Harlan Coben wurde als erster Autor mit den drei wichtigsten amerikanischen Krimipreisen ausgezeichnet, dem Edgar Award, dem Shamus Award und dem Anthony Award. Harlan Coben gilt als einer der wichtigsten und erfolgreichsten Thrillerautoren seiner Generation. Er lebt mit seiner Frau und seinen vier Kindern in New Jersey.
Quelle: Goldmann

Ein liebes Danke an den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 10. Oktober 2015

Book-Release-Party: Brigitte Witzer - Die Fleißlüge

Sieht doch richtig klasse aus!
Hey meine lieben Büchereulen,

ich muss euch von etwas richtig tollem berichten!
Der Ariston Verlag hat mich zur Book-Release-Party von Brigitte Witzers neuem Buch "Die Fleißlüge" eingeladen.
Vielleicht kennt der ein oder andere sie ja schon, denn sie hat auch "Die Diktatur der Dummen" geschrieben.

Ich habe auch gar nicht lange überlegt denn ich fand das dass Buch sehr interessant klang. Und das soll schon was heißen, denn ihr wisst wie schwierig ich bei Sachliteratur bin.

Worum es geht?

Klappentext:
Superfleißig, supernett, superdoof
Wer fleißig ist, kann alles erreichen, heißt es. Das ist zwar gelogen, aber besonders Frauen scheint diese Lüge zu Bestleistungen zu motivieren: Ihre Studienabschlüsse sind glanzvoller als die der Männer, und sie sammeln ein Diplom nach dem anderen ein. Doch in den Topetagen der Macht sitzen andere – Fleiß und Macht schließen sich offenkundig aus.
Wieso nur sind Frauen am Fleiß kleben geblieben? Brigitte Witzer hat sich intensiv mit dieser Frage beschäftigt – und erstaunliche Antworten gefunden: Frauen sind falsch unterwegs, für sie sieht ein Hamsterrad von innen wie eine Karriereleiter aus. Schluss damit!
Wie die Fleißlüge beschaffen ist, warum sie sich so dauerhaft hält und was sich ändern muss, das deckt Brigitte Witzer in ihrer leidenschaftlichen, klugen Analyse auf. Ihr Fazit: Leistung lohnt sich – fragt sich bloß, für wen. Ein Augenöffner!
Quelle: Ariston Verlag

Tja das hat mich irgendwie angesprochen weil ich dieses Hamsterrad auch kenne.

So aber jetzt zur Party!
Ich kann euch sagen das war für mich eine einzige Überraschung. Ich wusste nicht was mich erwartet und hatte richtig Spaß.
Das ganze fand in der Miele Gallery in Berlin statt. Ich kann euch sagen das hatte Stil. Die Gallery ist sehr geschmackvoll und bildete in meinen Augen genau den richtigen Rahmen für die Party. Wir wurden sehr nett begrüßt und haben gleich erstmal ein Glas Bowle bekommen. Sehr lecker! 

© Laura Hegewald
Aber jetzt muss ich erst einmal die tolle Autorin, Brigitte Witzer erwähnen. Sie hat natürlich den Abend eröffnet denn immerhin war es ihr Abend.
Dieses Frau ist wirklich beeindruckend! Sie strahlt Selbstbewusstsein aus und unheimlich viel Herzlichkeit. Sie war mir einfach sympathisch weil sie frei von der Leber weg erzählt hat, ganz ungezwungen. Das hat man auch gemerkt als sie sich mit Bettina Traub vom Ariston Verlag über das Buch unterhalten hat. Mit viel Humor und einer erfrischenden Ehrlichkeit hat sie aus ihrer eigenen Erfahrung berichtet. Und gerade das hat das ganze Thema echt wirken lassen.

© Laura Hegewald
© Laura Hegewald
Danach ging es sehr lustig weiter denn es gab ein Improvisationstheater zu sehen. Die beiden Schauspielerinnen Beate Fischer und Jana Kotewa von Theatersport haben sich dem Thema von der komsichen Seite genähert. Aber nicht nur das sie das gesamte Publikum gut unterhalten und immer wieder zum Lachen gebracht haben, sie haben es auch mitgenommen. Denn das Publikum hat das Geschehen mitbestimmt und es den beiden Schauspielerinnen nicht immer leicht gemacht. Nichts war
einstudiert sondern alles spontan. Aber gerade das hat ihren Auftritt zu einem wirklichen Abenteuer werden lassen und eine Meisterleistung der Schauspielkunst abverlangt. Bravo!

Zum Abschluß durften wir nicht nur Champagner trinken sondern es gab auch ein Buffet was einem Tribut an die 60er und 70er glich. Ich kann euch sagen es gab Kartoffelsalat mit Boulette, Toast Hawai, Käse-Weintraube-Spießchen und noch so manche Köstlichkeit. Es sah toll aus und war sehr lecker. Das war richtig nett!
Aber was mich so richtig begeistert hat, war das jeder Gast ein von Brigitte Witzer signiertes Buch bekommen hat. Das hat mich überrascht und so gefreut weil ich es nach diesem tollen Abend unbedingt haben und lesen wollte.
Ich sagen euch das hat den Abend vollkommen perfekt gemacht.


Ein großes Danke an den Ariston Verlag für die Einladung und an Brigitte Witzer. Das war ein Erlebnis und ich muss auch noch das tolle Ambiente erwähnen. Es war gemütlich und hatte trotzdem einen Hauch von Dekadenz.
Danke für diesen einzigartigen Abend!


Eure Jen

Dienstag, 6. Oktober 2015

Rezension: E. Lockhart - Solange wir lügen

© Ravensburger

Solange wir lügen

Verlag: Ravensburger
Hardcover: 320 Seiten
Preis: 14,99 EUR
Ebook: 12,99 EUR
Genre: Jugendbuch
ISBN: 978-3-473-40130-7
Erscheinungstermin: 08/2015

Jugendbuch ab 12 Jahre


Inhalt:
Cadence hatte einen Unfall und kann sich zugleich nicht mehr daran erinnern. Sie weiß überhaupt kaum noch etwas aus dem Sommer als sie 15 Jahre wurde. Nun, 2 Jahre später kehrt sie auf die Insel ihrer Familie zurück. Sie will sich erinnern und das Rätsel um ihren Unfall lösen. Was ist wirklich passiert?

Meinung:
Das Cover ist irgendwie recht düster. Es passt zwar wunderbar zum Buch aber es wirkt nicht so ansprechend. Der Titel passt zu der Düsternis, wirkt dabei durchaus interessant und geheimnisvoll.
Und geheimnivoll ist auch das Stichwort für die Geschichte. Man wird direkt ins Geschehen geworfen. Candence berichtet von ihrem Leben und man weiß einfach nicht was eigentlich los ist. Das macht das Buch unendlich spannend. Stück für Stück bekommt man Teile des Puzzles aber das ganze kann man einfach nicht fassen. Man spürt das da etwas schlummert aber es entwicht jedes Mal. Stattdessen sticht Cadence durch ihre Distanziertheit heraus. Sie wirkt wie von der Welt abgeschnitten, mysteriös und unendlich traurig, einsam. Dadurch ist es sehr schwierig eine Beziehung zu ihr aufzubauen und so bleibt man einfach ein stiller Beobachter. Doch dann kommen ihre Metaphern und die treffen einen wirklich. Cadences Gefühle werden so treffend beschrieben das man genau spürt was sie damit sagen will. Es kommt auch immer wieder so überraschend das es einen wirklich hinterrücks trifft. Das gehört zu dem besonderen Stil der Autorin der wirklich einzigartig ist. Und wenn man sich etwas erholt hat werden Märchen-Analogien eingestreut um etwas zu verdeutlichen oder den Leser noch mehr in die Irre zu führen. Doch Brotkrume für Brotkrume folgt man dem Geschehen weil man gar nicht anders kann. Als die Spur zur Insel führt lernt man auch endlich ihre "Freunde" kennen. Sie sind ihre Welt obwohl diese Welt immer nur einen Sommer auf dieser Insel hält. Cadence lebt ein Leben welches vielen fremd ist. Geld ist dort viel zu selbstverständlich doch wenn man tiefer gräbt tun sich auch dort die Abgründe auf. Die Abgründe sind vielleicht sogar tiefer weil Geld durchaus das Schlechteste zum Vorschein bringen kann. Es ist eine zerstörerische Kraft und Cadence muss nun das durchleben. Doch es ist für sie durch die ständigen Schmerzen sowieso nichts mehr wie es einmal war. Und sie sucht verzweifelt nach der Wahrheit. Ihre Freunde fand ich dabei sehr seltsam, ihr Verhalten kam mir einfach merkwürdig vor und dazu geführt das ich sie nicht gerade sympathisch fand. Das hat mich wirklich gestört und ich wollte einfach nur noch wissen was denn nun wirklich passiert war.
Und dann kam das Ende. Dieses Ende, hat mich komplett überrrollt und richtig kalt erwischt. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet weil ich die Puzzleteile einfach nie richtig zusammengesetzt hatte. Doch am Ende ergibt alles Sinn und man müsste noch einmal von Vorne anfangen um wirklich zu sehen. Das Ende hat es geschafft mich doch noch zu berühren und hat es nicht zugelassen weiter der Beobachter zu sein. Es tut jetzt noch weh. Was für ein Buch, ich bin einfach fassungslos.


Über den Autor:
E. Lockhart studierte Schreiben an der Vassar und an der Columbia University. Über ihre Homepage emilylockhart.com und über Twitter (@elockhart) hält sie engen Kontakt zu ihren Lesern. Ihr neuestes Jugendbuch Solange wir lügen stand wochenlang auf der New York Times Bestsellerliste und erhielt in Amerika zahlreiche Auszeichnungen.
Quelle: Ravensburger

Danke an Lovelybooks und Ravensburger für die tolle Leserunde und das Exemplar!