Donnerstag, 5. Mai 2016

Rezension: Matt Haig - Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben

© dtv

Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben

Verlag: dtv
Hardcover: 304 Seiten
Preis: 18,90 EUR
Ebook: 15,90 EUR
Genre: Sachbuch ; Biografie ; Ratgeber
ISBN: 978-3-423-28071-6
Erscheinungstermin: 03/2016


Inhalt:
Matt ist 24 als er krank wird. Er kann am Anfang das ganze nicht einordnen. Er weiß nur eines: Er hat starke Schmerzen und er will das dass vorbeigeht. Es scheint für ihn keinen Grund mehr zu geben am Leben zu bleiben und doch beginnt er genau nach diesen zu suchen. Er will die Depression nicht gewinnen lassen...

Meinung:
Das Cover ist einfach wunderschön in seiner Schlichtheit. Einerseits ist das der Mann am Abgrund und gleichzeitig der Titel in allen Farben des Regenbogens. Der Titel ist in mehrerer Hinsicht lebensbejahend. Es ist die perfekte Mischung für das Buch und unterstreicht damit den Inhalt.
Ich hatte mir über den Inhalt aber keine besonderen Gedanken gemacht, bevor ich es anfing. Daher durfte ich eine Sache, gleich zu Anfang feststellen: Was das Buch nicht ist - ein Roman. Ich bin davon ausgegangen und wurde absolut überrascht. Aber was ist es stattdessen? Das ist mehr als schwer zu definieren. Es ist eine Kombination aus Sachbuch, Ratgeber und Biografie. Es ist ein sehr persönliches Buch weil es Matt Haigs eigene ist.
Es gibt in dem Buch einen Satz, den ich so unglaublich treffend finde:
"Jedesmal, wenn ich ein großartiges Buch las, hatte ich das Gefühl, als läse ich eine Art Karte, eine Schatzkarte, und der Schatz, zu dem sie mich führte, war eigentlich ich selbst." - S. 162
Bei diesem Satz, habe ich mich wiedergefunden aber ich musste auch sofort an das vor mir liegende Buch denken.
Ich hatte nicht gewusst worauf ich mich einlasse und las ein Buch über Depressionen. Ehrlich gesagt, habe ich mich noch nie mit Depressionen auseinander gesetzt weil es mir irgendwie sehr fern ist. Ich weiß das nicht jede Depression so sein muss, wie sie Matt Haig beschreibt aber dennoch hat mir dieses Buch doch die Augen geöffnet. Nicht nur das ich einen ziemlich deutliches Bild von der Krankheit bekommen habe, es hat mir auch ein neues Verständnis dafür gegeben.
Das besondere ist aber nicht nur, wie persönlich es ist sondern vor allem die Art wie es geschrieben ist. Es ist eben kein reines Sachbuch bei dem einen Fakten um die Ohren geworfen werden. Und es ist auch kein Ratgeber mit einem stets überlegendem und belehrendem Tom. Es ist aber auch nicht nur eine Biografie weil es einfach so viel mehr ist, als die Geschichte eines einzelnen.
Natürlich lernt man Matt Haig und seine Krankheit, seine Depression kennen aber er zeigt auch das es die Krankheit von vielen ist. Das tut er mit knappen Kapiteln in denen er Fakten aufzeigt, seine Erlebnisse schildert und aber auch was ihm geholfen hat. Es ist beeindruckend.
Hätte ich vorher gewusst, worum es in dem Buch geht, hätte ich es vermutlich nicht in die Hand genommen weil ich nie damit gerechnet hatte, das man es so schreiben könnte. Das klingt vielleicht ein bisschen komisch aber so ist es. Ich bin kein großer Sachbuchfan aber ich könnte ein Fan dieser Art werden. Es ist einfach persönlich, nicht klinisch und weit weg sondern direkt und intensiv. Matt Haig nimmt dich an die Hand und geht mit dir zusammen den Weg, den er gegangen ist.
Und obwohl Depressionen für mich immer nur eine vage Vorstellung in meinem Kopf waren, hat sich nicht nur ein Bild für mich ergeben, sondern ich habe durch dieses Buch auch wieder etwas über mich selbst gelernt.
Ich kann es jedem ans Herz legen, der sich mit Depressionen ein wenig auseinandersetzen will.

Über den Autor:
Matt Haig, geboren 1975 in Sheffield, hat bereits eine Reihe von Romanen und Kinderbüchern veröffentlicht, die mit verschiedenen literarischen Preisen ausgezeichnet und in über zwanzig Sprachen übersetzt wurden.
Quelle: dtv

Vielen Dank an Lovelybooks für die Leserunde und an dtv für das Buch!

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