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Montag, 29. April 2019

Wir lesen: Kristin Schöllkopf - Nicht (un)schuldig

© Rabenwald Verlag

Nicht (un)schuldig

Verlag: Rabenwald
Taschenbuch: 302 Seiten
Preis: 11,99 EUR
E-Book: 4,99 EUR
Genre: Psycho-Thriller ; Horror
ISBN: 978-3-9644-3352-7
Erscheinungsdatum: 03/2019


Rezensionsexemplar: Nein


Inhalt:
"Woran habt ihr Schuld?" - Dieses Frage schallt aus dem Lautsprecher in der Zelle, wo Alexander, Thomas, Clarissa und Monica festgehalten werden. Die Zellen bestehen aus Steinwänden und einer Glasscheibe. Nun müssen die Gefangenen in ihre eigenen Abgründe schauen wobei sie an ihren psychischen und physischen Grenzen geraten ...

Meinung:
An diesem Cover kann man einfach nicht vorbeigehen. Wirklich alles an dem Cover hat geschrien, das ich es mitnehmen soll.
Als ich dem Klappentext gelesen habe, musste ich an eine Mischung aus "Saw" und "Ich weiß was du letzten Sommer getan hast", denken. Dennoch wollte ich es unbedingt lesen und deshalb haben wir es auch mitgenommen.
Interessant ist, das am Anfang eine Warnung geschrieben ist, um den Leser auf die heftigen Themen vorzubereiten. Das fanden wir interessant aber hat uns auch neugieriger gemacht.
Es geht los und sehr schnell wird klar, weshalb es diese Warnung gibt, denn die Themen sind wirklich heftig. Das ist definitiv kein normaler Thriller / Psycho-Thriller!
Die 4 Charaktere werden nacheinander vorgestellt und durch die Perspektivwechsel bleibt die Spannung beständig. Dadurch wird deren Gefühlswelt aber auch wirklich super beleuchtet. Man taucht in sie ein und lernt sie kennen ob man das will oder nicht. Und ich muss ganz ehrlich sagen, das ich sie alle mochte bis auf einen vielleicht. Aber selbst dieser eine Charakter tat mir zwischenzeitlich leid. Das ist etwas womit ich nicht gerechnet hatte denn gerade wenn es um Schuld geht, beschäftigen wir uns selten damit warum derjenige tat, was er tat. Doch genau diese Sichtweise wird hier auf eine psychologisch perfekt ausgeklügelte Weise präsentiert und man begibt sich in viele verschiedene Graustufen.
Es ist ein Buch, das dich auch dann noch nicht loslässt wenn du es beendet hast. Wir haben noch lange darüber diskutiert und vor allem Alexander ging uns unter die Haut. Es war erschreckend wie gut sie die Gefühle von diesen Schuldträgern beschrieben hat. Man wurde in gewisser Weise zu ihnen.
Und dann dieses gesichtslose, namenlose Grauen, was sie gefangen hält und all ihre Sünden zu kennen scheint. Dieser Mensch hat mir eine größere Gänsehaut verschafft, als das was die 4 getan haben.
Kann man eine Schuld rächen, indem man selbst Schuld auf sich lädt? Wie unschuldig ist man dann noch?
Das Einzige was ich schade fand und was mir nicht so gut gefallen hat, war das offene Ende. Ich habe so viele Fragen zu dem Entführer, die nicht gelöst wurden und das hat mich sehr unbefriedigt zurückgelassen. Das war doppelt schwer da man den Kopf voll hat und erst einmal das Gelesene verarbeiten muss.
Dennoch ein wirklich grandioses Buch mit einem Thema, an das sich viele nicht herantrauen. Harter Tobak, Beispiellos umgesetzt. Chapeau!

Hier könnt ihr euch die Videorezension dazu ansehen:



Eure Jen & euer Roland

Freitag, 8. Februar 2019

Wir lesen: Markus Heitz - DOORS ! : Blutfeld

© Droemer Knaur

Blutfeld

Verlag: Knaur
Taschenbuch: 320 Seiten
Preis: 9,99 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Genre: Mystery - Abenteuer
Reihe: Doors - Staffel 1: Bd. 1 von 3
ISBN: 978-3-426-52389-6
Erscheinungstermin: 10/2018

Rezensionsexemplar: Ja

Inhalt: 
Der Rettungstrupp ist in die Höhlen hinabgestiegen um Anna-Lena van Dam zu retten. Sie treten durch Tür ! um dahinter nach ihr zu suchen. Diese Tür führt sie in das 9 Jahrhundert des frühen Mittelalters. Doch überraschenderweise sind hier Frauen an der Macht und es steht eine große Schlacht bevor ... ob sie Anna-Lena auf dem Schlachtfeld finden können?

Meinung:
Genial! Das Cover, der Titel, die Idee - es passt einfach alles zusammen und wenn man dann auch noch Markus Heitz als Autor hat, kann gar nichts mehr schief gehen oder?
Die ersten 80 Seiten führen einen in die Geschichte ein und auch wenn man diese vorab überall erhalten konnte, sie auch online zur Verfügung stehen, haben wir uns sehr gefreut, das sie im Buch mit abgedruckt sind. Das trägt ungemein zum Lesefluss mit bei.
Wir haben uns also für die Tür mit dem ! - Ausrufezeichen entschieden. Die Charaktere durfte man bis dahin bereits etwas kennen lernen und dann springt man in ein Abenteuer. Allein diese Idee und die Beschreibung bis dahin, ist zwar einfach aber wirklich spannend umgesetzt. Wir hatten den Eindruck in einem Rollenspiel einzutauchen. Wie die verschiedenen Persönlichkeiten agieren aber auch die Beschreibungen, wie Entscheidungen sich auf die Geschichte auswirken. Herrlich!
Und dann das 9. Jahrhundert - das ist schon ein besonderes Setting. Die Vergangenheit ist schmucklos und unaufgeregt beschrieben aber genau das macht es aus. Wir hatten den Eindruck mit durch die Tür gegangen zu sein und nun das Mittelalter zu erleben. Aber so unaufgeregt auch die Umgebung ist, umso gewaltiger sind die Kämpfe. Actiongeladen, blutig und leidenschaftlich wird bis zum Tod gekämpft.
Wobei das Highlight wirklich darin beruht, das sich Markus Heitz der Theorie des erfundenen Mittelalters bedient. Nicht nur das er es sich zur Hilfe nimmt um der Vergangenheit noch einen besonderen Flair zu verleihen, er bringt auch eine wirklich spannende These zum Ausdruck - Sollte vertuscht werden das Frauen an der Macht waren, um die Frau zu unterdrücken?
Ein wahnsinnig toller Aufhänger und wir sind nur so durch die Seiten geflogen.
Es war aber auch spannend zu sehen wie sich die Charaktere entwickeln. In diesem war die heimliche Hauptfigur Beate bzw. Mdm. Fendi. Sie ist so stark über sich hinausgewachsen, wie wir es nie erwartet hätten. Überhaupt haben die Frauen hier einen anderen Stellenwert gehabt, anhand der Zeit in der sie gelandet sind. Wir haben aber auch neues über die Türen gelernt und die Organisation, die Jagd auf sie macht.
Und ohne kitschig zu sein, ohne jedes Klischee, gab es sogar eine Spur Romantik, die mehr berührt hat, als so manch klassischer Liebesroman.
Nach dem Ende, wartet einfach eine neue Tür und damit ein neues Abenteuer.
Auf das noch viele Türen uns in andere Welten entführen - Chapeau Hr. Heitz!

Hier findet ihr die Videorezension dazu:



Eure Jen & euer Roland

Dienstag, 27. November 2018

Wir lesen: Benedict Jacka - Das Labyrinth von London

DAS LABYRINTH VON LONDON
© Blanvalet

Verlag: blanvalet
Taschenbuch: 416 Seiten
Preis: 9,99 EUR
E-Book: 8,99 EUR
Genre: Fantasy
Reihe: Alex Verus ; Bd. 1
ISBN: 978-3-7341-6165-0
Erscheinungstermin: 07/2018


Rezensionsexemplar: Nein


Inhalt: 
Alex Verus ist der Besitzer eines kleinen, feinen Geschäfts das Zauberutensilien verkauft.
In der wirklichen Welt in London kommen Normalsterbliche um sich dort "magische Materialien" zu kaufen.
Doch Alex ist kein echter Magier an sich sondern ein Wahrsager. Er kann in die Zukunft blicken und versucht nichts mit der magischen Welt mehr zu tun zu haben. Nun brauchen aber die verschiedenen magischen Vereinigungen seine Fähigkeiten und er wird zu einem Spielball der Mächtigen.

Meinung: 
Benedict Jacka hat mit seinem Buch ein wirkliches Juwel geschaffen. Das Cover sieht echt cool aus und hat uns schon allein durch die Farbe angesprochen. Und wenn man das Buch gelesen hat, erkennt man erst wie gut das Cover insgesamt passt.
Doch der Inhalt und vor allem die Charaktere sind mehr als nur eine schöne Verpackung.
Alex Verus lernt man schnell kennen. Gerade sein Sarkasmus ist einfach nur traumhaft. Es macht Spaß mit ihm durch London zu wandeln und in ein Abenteuer nach dem anderen zu fallen. Er zieht sie einfach magisch an, so gut er auch versucht sich davor zu verstecken.
Alex ist auch kein Held wie man ihn aus anderen Büchern kennt. Er ist ein Mann mit Ecken und Kanten und kein Gewinner-Typ obwohl er sich jegliche Zukunft anschauen kann.
Seine Vergangenheit ist auch alles andere als toll gewesen und deshalb versucht er auch keine echte Beziehungen zuzulassen. Und dennoch hat er eine Freundin die er beschützen möchte obwohl sie das nicht möchte.
Luna will die magische Welt kennen lernen, auch wenn sie selbst nicht wirklich magisch ist. Auch Luna hat eine Vergangenheit die keiner haben möchte und so holt die Vergangenheit Luna und Alex gleichermaßen ein und sie müssen sich ihren dunklen Dämonen stellen. Tja und ganz nebenbei auch noch die magische und nichtmagische Welt retten.
Gerade die magische Welt macht unglaublichen Spaß. Die Charaktere sind einfach göttlich und gerade Star Breeze bringt einen immer wieder zum Schmunzeln. Sie hat dem Buch eine ganz eigene Note verliehen.
Jede Seite konnte uns nicht nur begeistern sondern auch faszinieren durch die erschaffene Welt die vor unserem geistigen Auge entstanden ist. Wir konnten gar nicht anders als die Seiten verschlingen.
Die Idee des Buches ist nicht schon Hundert mal da gewesen sondern etwas Neues.
So können wir das Buch nur jedem empfehlen der in eine magische Welt abtauchen will. Es warten spannende Abenteuer und wirklich ungewöhnliche Charaktere, die sich in einer brillanten Geschichte zusammenfinden.
Es lässt sich sehr gut lesen.
Wir haben das Buch einfach sehr genossen! 

Hier kommt die Video-Rezension dazu:



Euer Roland & Eure Jen

Sonntag, 16. September 2018

Wir lesen: Theresa Hanning - Die Optimierer

© Bastei Lübbe

Die Optimierer

Verlag: Bastei Lübbe
Taschenbuch: 304 Seiten
Preis: 10,00 EUR
E-Book: 8,99 EUR
Genre: Science-Fiction
ISBN: 978-3-404-20886-7
Erscheinungstermin: 09/2017

Rezensionsexemplar: Nein

Inhalt: 
Der Roman beginnt wie eine seichte Geschichte unserer Gesellschaft. 
Wir lernen Samson kennen der in dieser Geschichte die Hauptrolle übernimmt. 
Samson Freitag ist ein Vorzeigebürger unserer Gesellschaft und arbeitet als Lebensberater für eine Agentur die nur eines im Sinn hat: Den Menschen zu helfen. 
"Jeder an seinen Platz" ist nicht nur ein Begrüßungsritual sondern die Vorstellung der OPTIMALEN Gesellschaft in der wir Menschen leben sollen. So hat Samson die Aufgabe als Lebensberater den Menschen zur Seite zu stehen und ihnen zu zeigen wo sie ihren Platz in der Gesellschaft haben können. Doch was macht man mit Menschen, die nichts können und keine Ambitionen haben etwas für die Gesellschaft zu leisten? 
Mit Sozialpunkten hat man die Möglichkeit sich in der Gesellschaft Anerkennung zu verschaffen. Doch was passiert wenn man Sozialpunkte verliert weil man vielleicht eine falsche Entscheidung getroffen hat? Samson Freitag muss erfahren was seine ach so tolle Optimalgesellschaft für ihn bereit hält.

Meinung:
Ein grandioses Meisterwerk! 
Man hat den Eindruck das die Autorin einen Blick in die Zukunft erhaschen durfte gerade in Hinblick auf die Entwicklungen in China. 
Theresa Hanning schafft mit diesem Roman einen riesen Sprung in eine beängstigende Gesellschaft, die viel für den Leser bereithält. Auch wenn der Roman lustig anfängt und man am Anfang mit einem Schmunzeln im Gesicht nur mit dem Kopf schüttelt, so entwickelt sich die Geschichte immer mehr zu einem Desaster des Fremdschämens. 
Denn Samson Freitag ist ein Mensch der naiv geboren wurde und mit der Zeit die Optimierung als sein Mantra anerkennt. Die absolute Überwachung, die schleichend den Verstand von Samson wachrüttelt wird von Kapitel zu Kapitel handfester. Es ist spannend zu sehen wie Samson sich entwickelt und auch einen ganz neuen Blick auf die Gesellschaft bekommt. Er beherrscht auf seine ganz eigene Art den Roman. Und dann sind da die vielen anderen Charaktere, die dem Ganzen noch eine neue Perspektive geben. Ob nun Samsons Freundin, die es erschreckend findet was mit der Gesellschaft passiert oder Martina, die auf nichts Lust hat und dennoch auf eine bessere Zukunft hofft. Oder Ercan Böser, Politiker und von Samson dorthin befördert. So viele Personen, die Samson auf seinem Weg begleiten und ihm immer einen anderen Blick auf die Gesellschaft verschaffen.
Dennoch hat der Roman nicht den klassischen Bösewicht denn hier gibt es nicht Schwarz und Weiß sondern nur die verschiedenen Grautöne. Von Zeile zu Zeile zeigt sich wie sich die Gesellschaft abfindet mit Gegebenheiten, die so waren und immer noch so sind. Ein Roman der gesellschaftspolitischer nicht sein kann, mit einem Hauch der Technik von Morgen. 
Doch wollen wir in so einer Zeit leben, wo die Menschen einem Schauspieler zu jubeln der sich selbst Politiker schimpft? Aber vielleicht tun wir das bereits und wissen es nur nicht?! Ein Roman der zum Nachdenken anregt und der einen immer wieder überraschen kann. 


Hier findet ihr die Video-Rezension dazu:


Eure Jen & euer Roland