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Montag, 5. April 2021

Jen liest: Veit Etzold - Blutgott

© Droemer Knaur

Blutgott

    Clara Vidalis Bd. 7

Autor: Veit Etzold
Verlag: Knaur
Taschenbuch: 464 Seiten
Preis: 10,99 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Genre: Thriller
ISBN: 978-3-426-52408-4
Erscheinungstermin: 04/2020

Rezensionsexemplar: Ja


Inhalt:

Clara Vidalis und ihr Team werden zur Hilfe gerufen weil sie es mit einem besonders perfiden Serienkiller zu tun bekommen. Der Blutgott animiert unter 14-jährige zum Mord da diese straffrei bleiben. Nun gilt es den Blutgott zu fassen und dafür muss man auch mal ungewöhnliche Wege gehen...

Meinung:

Das Cover gefällt mir extrem gut. Schlicht und doch so viel sagend!
Ich musste durch den Titel und das Zeichen spontan an Khorne dem Blutgott von Warhammer 40k denken und da ich ja auch weiß, das Veit Etzold Tabletop spielt, würde es mich nicht wundern, wenn er genau davon inspiriert wurde.

Dieser Teil ist in meinen Augen um einiges brutaler und man muss sich auf einiges gefasst machen. Hier wird mit klaren Bildern unglaublich grausame Dinge beschrieben und das von Anfang an.
Das zentrale Thema ist unter anderem Serienkiller und das merkt man sehr deutlich. Während die Ermittler den Blutgott jagen werden immer wieder Fälle von anderen Serienkillern erwähnt. Wer sich für True Crime interessiert und auch für die Anfänge des Profiling, ist hier genau richtig weil man mit einer Menge Informationen gefüttert wird auf die man aufbauen kann. Richtig cool!
Aber nicht nur der True Crime Aspekt und die Brutalität lassen den Fall herausstechen sondern auch die Täter. Natürlich gibt es den Blutgott der die Strippen zieht aber im Vordergrund lässt er unter 14-jährige agieren und das ist wirklich übel.
Veit Etzold prangert nicht nur die Gefahr des Internets an, denn auch das Dark Web mit all seinen Untiefen hat hier einen großen Auftritt sondern auch die Tücken unseres Justizsystems. Nicht nur stellt er die Straffreiheit von unter 14-järigen zur Debatte, er erläutert auch immer wieder wie in Deutschland Täterschutz vor Opferschutz betrieben wird.
Man hat den Eindruck Veit Etzold wird immer provokanter in seinen Aussagen. Er legt den Finger auf die Wunde und zeigt die Mängel auf. Sehr spannend weil man so einiges dazulernt und vor allem eine Menge Stoff zum Nachdenken und Diskutieren bekommt.
Aber er bringt auch unsere Lieblingsfigur Clara Vidalis in einen starken Gewissenskonflikt - wie weit darf man gehen um einen Mörder zu schnappen? Tja...ihr müsst das Buch lesen um zu wissen was Clara vorschlägt. Nur so viel - es ist unkonventionell.
Und das Ende ist echt krass. Ich war sprachlos und dachte nur: OH MEIN GOTT.
Ich bin wirklich gespannt, wie es weiter geht und was Clara im nächsten Fall erwarten wird.

Krasses Buch bei dem man starke Nerven braucht. Thriller und True Crime Fans kommen voll auf ihre Kosten.

Eure Jen

Mittwoch, 31. März 2021

Jen liest: Veit Etzold - Schmerzmacher

© Knaur TB

Schmerzmacher

Autor: Veit Etzold
Verlag: Knaur TB
Taschenbuch: 400 Seiten
Preis: 10,99 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Genre: Thriller
Reihe: Clara Vidalis ; Bd. 6
ISBN: 978-3-426-52112-0
Erscheinungstermin: 10/2018

Rezensionsexemplar: Ja


Inhalt:
Clara wird zu einem Fall gerufen, der nach einem Suizid aussieht. Doch nur fast, schnell wird klar, das es Mord war.
Aber auch ihr Peiniger Ingo M. tritt wieder in Erscheinung, obwohl er doch eigentlich tot ist.
Es brauen sich dunkle Wolken zusammen und Clara steckt mittendrin ...

Meinung:
Das Cover passt wieder zur Reihe. Gerade die Schlichtheit, lenkt die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche und das ist zum einen der Titel und das Blut. Sehr effektvoll und passend.

Clara Vidalis ist eine unglaublich starke Persönlichkeit. Sie macht das Buch aus und mit ihr entwickelt sich alles.
In diesem Teil geht Clara gefühlt von einer Hölle in die nächste. Es grenzt schon an psychologische Folter, was sie alles mitmachen und erleben muss. Und das wo sie gefühlt, gerade erst ihr Kind verloren hat. Das ist sicher nicht einfach für den ein oder anderen und ich habe so mit ihr mitgelitten. Veit Etzold schafft es immer wieder, das man sich mit Clara Vidalis verbunden fühlt.
Aber Ingo M. kehrt auch auf perfide Weise zurück wodurch der Tod ihrer Schwester keine geringe Rolle in diesem Teil spielt. Die Seelenqualen sind ziemlich groß, was bei einem Buch, das Schmerzmacher heißt gut passt. Darauf muss man aber auch gefasst sein weil es einen wirklich mitnehmen kann. Veit Etzold schreibt nicht für schlichte Gemüter.

Das ist die eine Seite der Geschichte.
Aber wir behandeln auch noch eine historische und politische Komponente. Es geht um die DDR, um die Stasi, die Wirtschaft und wie man das alles nutzen kann. Man wird regelrecht mit Fakten beschossen und muss dabei versuchen dem weißen Kaninchen zu folgen weil sonst ist man verloren. Man hat schon den Eindruck eher einen Politthriller zu lesen und daran sieht man welche Kompetenz Veit Etzold aufweist.
 Er hat hier einen anspruchsvollen Thriller erschaffen, der mit viel Können brilliert.
Veit Etzold hat nicht nur ein Talent zum Schreiben, sondern kann komplexe Gedankengerüste bauen, die einen an Fiktion zweifeln lassen.
Das Buch wirkt einfach real - zu real.

Eure Jen

Donnerstag, 14. September 2017

Rezension: Veit Etzold - Tränenbringer

© Droemer Knaur

Tränenbringer

Verlag: Knaur
Klappenbroschur: 480 Seiten
Preis: 10,99 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Genre:  Thriller
Reihe: Clara-Vidalis ; 5
ISBN: 978-3-426-52069-7
Erscheinungstermin: 09/2017


Inhalt:
Clara Vidalis hat es dieses Mal mit einem besonders grausamen Serienkiller zu tun. Er entführt 18-jährige Mädchen, foltert sie und schickt ihren Eltern Leichenteile. Doch den Serientäter zu finden, erweist sich als sehr schwer und bringt sie auf eine noch ganz andere Spur ...

Meinung:
Das Cover ist mal wieder einfach nur grauenerregend. Das Blut trieft nur so und es hat auch einen tollen haptischen Effekt wenn man darüber streicht. Wenn man jetzt noch den grandiosen Titel dazu nimmt, hat man alles was ein Thriller braucht.
Und wovon das Cover nur so erzählt, genau das bekommt man auch. Das Buch ist getränkt von Blut weil der Täter seine Weg mit Leichen pflastert. Diese Morde und auch die Toten werden in einer grausamen Präzision geschildert, sodass einen das Grauen packt. Noch intensiver wird es durch den ständigen Perspektivwechsel. Nicht nur das wir Claras Sichtweise mitverfolgen können auch die des Täters und zwar zum einen aus der Ist-Zeit und der Vergangenheit. Das lässt einen, einen überraschenden Blick in die Psyche des Täters machen. Es lässt den Täter so menschlich wirken und das Ganze wird noch realer. Der Autor schafft es ein gewisses Maß an Mitgefühl für den Täter aufkommen zu lassen aber er zeigt auch ein klares Bild davon wie er zu diesem Killer wurde. Dadurch das man nur Stückchen für Stückchen, die Informationen erhält, bleibt das Buch durchweg spannend. Es ist aber auch diese Schonungslosigkeit mit der der Autor schreibt und Dinge beim Namen nennt. So ist mir dieser Satz von MacDeath auch direkt im Kopf geblieben: "Um die Monster zu verstehen, muss man eine Weile in ihren blutigen Stiefeln mitlaufen".
Der Autor macht aber auch nicht vor seinen eigenen Charakteren halt. Natürlich ist einem bewusst das bei einem Einsatz immer etwas passieren kann, etwas schief geht aber man ist so in der Geschichte und mit den Figuren verwurzelt, das man ihnen automatisch eine Immunität zu spricht. Aber dieser Fall ist für Clara Vidalis aus verschiedenen Gründen etwas sehr persönliches. Sie wird an den Tod ihrer Schwester erinnert und muss erneut mit einem Verlust umgehen. Der Täter kommt ihr so nah, das man seinen Atem im Nacken zu spüren scheint. So manches Mal hatte ich eine Gänsehaut weil es einfach zu real ist. Es ist so echt und greifbar, das ich mittlerweile mit ganz anderen Augen durch Berlin laufe.
Wenn man einen Veit Etzold liest, sollte man sich auf schlaflose Nächte gefasst machen, das hat der Tränenbringer mal wieder bewiesen. Absolut empfehlenswert für alle Thrillerfans die es zudem blutig mögen.
Brutal, realistisch, echt - so wie ein Veit Etzold sein sollte!


Über den Autor:
Dr. Veit Etzold ist Autor von sechs Spiegel-Bestseller-Thrillern, die in sieben Sprachen übersetzt wurden. Er studierte internationales Management an der IESE Business School mit Stationen in Barcelona, New York, San Francisco / Silicon Valley und Shanghai. Er arbeitete für die internationale Strategieberatung Boston Consulting Group in Europa, Asien und den USA, Booz & Company, die Allianz Gruppe und als Berater für die globale Bergbaufirma Gaia Mineral Resources und die Investmentholding African Development Corporation in Ruanda, Hong Kong und Peking. Er ist Berater des Auswärtigen Amtes, Mitglied in unterschiedlichen Expertengruppen der Atlantikbrücke und Dozent für Geopolitik an der IESE Business School und an der Singapore Management University.
Quelle: Knaur