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Montag, 10. Dezember 2018

Jen liest: Lisa McAbbey - Lady ohne Furcht und Tadel

© beHEARTBEAT

Lady ohne Furcht und Tadel

Verlag: beHEARTBEAT
E-Book: 624 Seiten
Preis: 6,99 EUR
Genre: Historischer Roman
ISBN: 978-3-7325-5445-4
Erscheinungstermin: 10/2018

Ab 16 Jahren

Rezensionexemplar: Ja


Inhalt:
England, 1754, Samantha Fairfax beschließt aus dem Haus ihres Onkels zu fliehen. Lange genug wurde sie schlecht behandelt aber einer Zwangsheirat wird sie niemals zustimmen. Lieber will sie nach Schottland und die Schwester ihres Vater suchen. Doch die Kutschfahrt wird zur Reise ihres Lebens. Es warten Gauner, Agenten, Spione und die ganz große Liebe.

Meinung:
Ich liebe dieses Cover! Es wirkt frisch und selbstbewusst.
Im Vordergrund sieht man eine junge Frau und im Hintergrund eine Kutsche. Passender könnte man die Geschichte nicht zusammenfassen. Und endlich hat dieses Buch einen Titel bekommen, den sie verdient. Denn das Buch ist bereits erschienen unter dem Titel "Reise nach Edinburgh" und wurde nun stark überarbeitet. Die erste Version habe ich auch gelesen da ich von Lisa McAbbey alles lese. Sie ist meine Lieblingsautorin im Genre Historischer Roman und das heißt echt was.
Bei Lisa weiß ich einfach das ich einen historischen Roman bekomme, der mir Spaß macht weil sie auch immer Charaktere erschafft, die mich mitnehmen.
Tja und als sie mich gefragt hat, ob ich ihre überarbeitete Version rezensieren würde, habe ich gleich ja gesagt. Ich konnte mich nur allzu gut erinnern, das ich es wirklich mochte und nun war ich einfach furchtbar gespannt, was sich verändert hat.
Was soll ich sagen, jetzt mag ich es noch mehr. Es hat endlich einen Titel bekommen, der ihm gerecht wird und es wirkt einfach in sich rund. Ich weiß noch genau das ich damals das Ende ein bisschen abrupt fand und nun klingt es wunderbar aus.
An Sam an sich wurde nichts verändert. Sie ist noch immer naiv, unschuldig und dennoch selbstbewusst und willensstark.
Starke Frauencharaktere sind ein Markenzeichen der Autorin.
Sam hat nicht darauf gewartet, das ihr Ritter kommt um sie zu retten sondern sie nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand und macht sich auf die Reise. Und ganz ehrlich, ich hätte alles darum gegeben in dieser Kutsche zu sitzen. Denn nicht nur Sam, gibt vor jemand zu sein, der sie nicht ist.
Unter den Mitreisenden verstecken sich auch ein französischer Spion und ein Agent des Königs. Das ist so amüsant!
Aber letztendlich ist es das Zusammenspiel von Sam und Henry, die mich einfach begeistert haben. Henry hat mich mit seiner Art verzaubert. Er ist zynisch und reizt Sam bis aufs Blut.
Dennoch entwickelt sich Stück für Stück, eine zarte und sehr zerbrechliche Beziehung. Tja ob diese dem Verwirrspiel zum Opfer fällt, müsst ihr selbst herausfinden.
Wer englische und schottische Geschichte mag, ist hier bestens aufgehoben. Das Spannende ist, das hier von den schottischen Aufständen aus der Sicht der Engländer erzählt wird. Ein wirklich interessanter Perspektivwechsel.
Ich hätte nicht gedacht, das es noch besser werden könnte aber die Überarbeitung, hat wirklich noch den letzten Rest so zum Glänzen gebracht, das ich einfach nur begeistert bin.
Es war ein Genuss, in die Zeit zu fallen und eine Reise zu machen.
Lisa McAbbey darf mich jederzeit wieder in die Vergangenheit entführen.

Eure Jen

Montag, 12. März 2018

Rezension: Minette Walters - Die letzte Stunde

© Heyne

Die letzte Stunde

Verlag: Heyne
Hardcover: 656 Seiten
Preis: 22,00 EUR
E-Book: 17,99 EUR
Genre: Historischer Roman
ISBN: 978-3-453-27168-5
Erscheinungstermin: 03/2018

Rezensionsexemplar: Ja


Inhalt:
Das Leben in Dorseteshire geht seinen ganz eigenen Weg. Auch wenn Sir Richard nicht der angenehmste Herr ist, haben die Leibeigenen dennoch ein gutes Leben durch ihre Herrin Lady Anne. Sie regt die Leibeigenen zum selbstständigen Denken an und bringt ihnen viel über Hygiene und Krankheiten bei. Als die Pest beginnt ihr Unwesen zu treiben, schotten sie sich von der Außenwelt ab. Ihre Gemeinschaft blüht und gedeiht während um sie herum alles stirbt. Doch nun drohen ganz andere Gefahren und Geheimnisse ...

Meinung:
Ich liebe das Cover. Es ist schlicht und dennoch unglaublich stark. Das gilt auch für den Titel. Ich bin von beidem begeistert.
Aber nun zur Geschichte. Ich war unglaublich neugierig auf das Buch immerhin ist Minette Walters im Krimi-Genre eine Berühmtheit. Und hier hat sie sich in ein völlig anderes Genre auch noch gewagt. Tja und bekanntermaßen ist der historische Roman nicht gerade mein Liebling. Doch was soll ich sagen: dieses Buch ist der Wahnsinn!
Ja ihr bekommt hier einen mächtigen Wälzer aber es ist jede Seite wert und im Gegenteil ich war traurig als ich am Ende ankam. Ich wollte so dringend weiter lesen. Ich meine allein die Zeit ist schon spannend - England zur Zeit der Pest. Und dann die kleine Grafschaft in der wir uns bewegen. Sie ist wie eine kleine Welt und unterliegt auch ihren eigenen Regeln.
Da haben mich von Anfang an die verschiedenen Charaktere unglaublich in ihren Bann gezogen. Wobei am faszinierendsten mit Abstand Lady Anne ist. Diese Frau ist eine wandelnde Überraschung. Von Anfang an war klar, die Frau ist klug, selbstbewusst und weiß genau was sie tut. Aber sie ist auch mitfühlend, liebevoll und tolerant. So eine Frau möchte man einfach um sich haben und ich kann verstehen warum sie in der Gemeinschaft so hoch angesehen wird. Sie hat so viel Ehre und Anstand im Leib wie kein Zweiter. Und ist dann mit einer Tochter gestraft die ich so manches Mal davonjagen wollte für die Art und Weise wie sie sich benimmt. Eleanor ist ein Mensch, den ich sofort verabscheut habe. Auch wenn sie durchaus ihre Gründe für ihr Verhalten haben mag, habe ich noch nie einen so böswilligen Menschen erlebt.
Ebenso eigenwillig ist Thaddeus - ein Bastard der aber das höchste Ansehen von Lady Anne genießt. Er ist verschlossen, regelrecht kalt und dann aber stets so besonnen und auf das Wohl der Gemeinschaft bedacht. Ich weiß überhaupt nicht wie ich ihn einordnen soll.
Aber das ist eben auch das Tolle an den Charakteren. Man steckt so tief drin, ist so verwurzelt mit der Geschichte, das man selbst Teil der Gemeinschaft und der Menschen dort wird.
Es ist so interessant zu sehen wie die Menschen versuchen zu ergründen, wie die Pest sich verbreitet. Es ist unglaublich wie sehr sich das Leben aller dadurch verändert und vor allem wie das Miteinander wird, wo sie von der Außenwelt abgeschnitten sind. Da merkt man erst wie viele Geheimnisse unter der Oberfläche schwelen und das man besser nicht an ihnen gerührt hatte. Denn am Ende des Buches sind viele Geheimnisse gelüftet und sie lassen einen völlig fassungslos zurück. Die Wahrheit, die dort ans Licht gezerrt wird ist genauso spannend wie die Entwicklung der Pest und mindestens genauso zerstörerisch.
Diese Geschichte lebt von den Menschen und den persönlichen Geschichten, die sie in sich tragen. Es liegt so viel unter der Oberfläche, das man tief graben muss. Aber alle Geheimnisse werden dennoch nicht gelüftet und das Schicksal der Menschen ist noch offen. Umso brennender warte ich nun auf den nächsten Teil. Es sind für mich nicht einfach nur Charaktere. Sie sind jetzt auch meine Leute und ich leide mit ihnen. Ich könnte es nicht ertragen, einen von ihnen zu verlieren ... bis auf Eleanor. ;-)
Lest einfach das Buch damit ihr selbst erleben könnt wie es sich anfühlt in diese Zeit hinein gesogen zu werden. Es fühlt sich so echt an und lässt mich einfach nicht mehr los.
Minette Walters hätte sich viel früher in dieses Genre stürzen sollen denn dank ihr beginne ich es zu lieben.

Über den Autor:
Seit ihrem Debüt "Im Eishaus" zählt Minette Walters zu den Lieblingsautoren von Millionen Leserinnen und Lesern in aller Welt. Alle ihre Romane wurden mit wichtigen Preisen ausgezeichnet und in zahlreichen Sprachen übersetzt. "Die letzte Stunde" ist ihr erster historischer Roman. Er spielt in Dorset, wo die Autorin auch seit Langem mit ihrem Ehemann lebt.
Quelle: Heyne

Sonntag, 17. Juli 2016

Rezension: Lisa McAbbey - Die Eroberung des Normannen

© Bastei Lübbe

Die Eroberung des Normannen

Verlag: Bastei Entertainment
Ebook: 488 Seiten
Preis: 7,49 EUR
Genre: Historischer Roman
ISBN: 978-3-7325-1702-2
Erscheinungstermin: 06/2016

Rezensionsexemplar: Ja


Inhalt:
Cumbria stand unter schottischer Herrschaft bis es im Jahr 1092 von dem normannischen König William erobert wird. Er setzt einen seiner besten Krieger - Tancreid, als neuen Sheriff von Cumbria ein. Doch die Cumbri sind ein starkes und stolzes Volk, die sich den Normannen entgegenstellen. An ihrer Seite kämpft, stolz Cwenburh, die jüngste Tochter des vertriebenen Fürsten von Cumbria. Doch in ihrem Kampf, kommt sie dem Sheriff näher als ihr lieb ist. Wer erobert hier, eigentlich wen?

Meinung:
Das Cover passt perfekt zur Geschichte und besonders toll finde ich, das auch einmal auf so ein winziges Detail wie die Haarfarbe geachtet wurde.
Der Titel hat mich ziemlich neugierig gemacht und wenn man das Buch liest, wird einem der wahre Sinn erst bewusst.
Aber nun will ich auch direkt zum Inhalt kommen.
Ich habe es oft genug erwähnt, bei historischen Romanen bin ich nicht einfach. Was jedoch Lisa McAbbey betrifft, kann ich wohl nun ohne Sorge zu ihren Büchern greifen. Sie ist bisher eine der wenigen Autorinnen, die mich mit historischen Romanen begeistern kann. Es ist der 2. Roman von ihr und mir hat dieser sogar noch besser gefallen als Reise nach Edinburgh. Damit hatte ich nicht gerechnet!
Es spielt wieder einmal in England aber dieses Mal im frühen Mittelalter. Dabei vermag es Lisa McAbbey erneut historische Ereignisse mit unheimlich spannenden Charakteren zu verweben.
Nicht nur das es ein Erlebnis war, in diese Zeit abzutauchen, ich habe auch etwas völlig neues gelernt. Ich hatte mich mit dieser Zeit Englands bisher wenig beschäftigt und muss das jetzt unbedingt nachholen.
Es ist interessant wie zwei unterschiedliche Kulturen, die Cumbri und Normannen aufeinander treffen. Die Cumbri sind ein sehr naturverbundenes Volk mit Ehre bei denen die Frauen über sich selbst bestimmen dürfen. Ihnen gegenüber steht ein gottesfürchtiges Volk, das einem König die Treue geschworen hat und ganz neue Gesetze und Gedanken nach Cumbria bringt. Außerdem hat ein Weib seinem Mann zu folgen.
Dementsprechend explosiv ging es von Anfang an zwischen Tancreid und Cwen her. Cwen ist eine Cumbri, stolz, frei und voller Ehre. Aber nicht nur das. Sie ist auch eine Prinzessin Cumbrias, kann schreiben, lesen und ist zu dem heilkundig. So eine Frau, mit diesem speziellen Wissen und starkem Charakter, findet man nicht so schnell. Das erkennt Tancreid auch sofort da sie ihm immer wieder die Stirn bietet. Dabei will Tancreid, Cumbria nur in eine neue und bessere Zukunft führen. Dies tut er mit Stärke aber auch sehr bedacht. Er lässt sich von Cwen die Lebensweise der Cumbri erklären und lässt sich auch in deren Sprache unterrichten. Er will aber auch dadurch Cwen näher kennen lernen. Obwohl sie ihm das Leben schwer macht, gibt es zwischen ihnen ein Band, dem er nachspüren will. Die Anziehung zwischen den beiden ist nicht zu übersehen und man fiebert mit wann sie dem nicht nur nachgehen sondern es auch erkennen. Auch das macht die Geschichte spannend.
Aber es sind vor allem die Verwicklungen, die unvorhersehbaren Ereignisse, die das fast 500 seitige Buch, schneller verfliegen lässt, als man es erwartet. Das Schlimme ist, das man irgendwann so gefangen ist, das man sie nicht gehen lassen will. Dementsprechend gab es eine Szene, mit der ich so gar nicht gerechnet hatte und die mir unglaublich weh getan hat. So wie es Cwen traf, traf es auch mich. Ich konnte es nicht glauben und war einfach nur traurig.
Aber genau das müssen gute Bücher hervorbringen, das man mitleidet und voller Gefühle, Seite um Seite lebt. Ich bin einfach völlig begeistert von dieser neuen Geschichte. Nach diesem Buch, kann ich mich als nichts anderes als einen Fan von Lisa McAbbey bezeichnen und ich hoffe das sie schnell ein neues Buch herausbringt, damit ich auch dieses verschlingen kann.  

Über den Autor:
Lisa McAbbey, geboren 1970 in Wien, hat Rechtswissenschaften studiert und ist für einen internationalen Konzern tätig. Ihre Freizeit verbringt sie mit Schreiben und dem Versuch, ihrem Labradormischling Manieren beizubringen.
Quelle: Bastei Lübbe

Vielen lieben Dank für das Rezensionsexemplar!!!!