Dienstag, 4. Mai 2021

Jen liest: Kira Licht - Erbin der Finsternis

© Ravensburger Verlag

Lovely Curse
            Bd. 1 Erbin der Finsternis

Autorin: Kira Licht
Verlag: Ravensburger Verlag
Klappenbroschur: 480 Seiten
Preis: 14,99 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Genre: Jugendbuch ; Fantasy
Reihe: Lovely Curse ; Bd. 1
ISBN: 978-3-473-58552-6
Erscheinungstermin: 09/2019

Rezensionsexemplar: Ja

Ab 14 Jahren


Inhalt:
Aria hat eine schwere Zeit hinter sich. Ihre Eltern sind gestorben und nun muss sie von New York in ein kleines Kaff zu ihrer Tante ziehen.
Alles vertraute ist weg und in der neuen Schule scheinen sich alle gegen sie verschworen zu haben. Als dann über Nacht ihre Haare weiß werden, geht die Katastrophe erst richtig los.
Was passiert bloß mit ihr?

Meinung:
Titel und Cover sind mir sofort aufgefallen weil alles davon Fantasy und Jugendbuch schreit. Dennoch muss ich sagen, hat mich der Klappentext zunächst abgeschreckt. Es klang nach so einer Teenager-Romanze und hat mich nicht gleich abgeholt.
Aber ich kenne und lese Kira Licht schon sehr lange und darauf habe ich vertraut.
Tja und da hat Kira mich auch nicht enttäuscht.
Schnell wird nämlich klar das es eben keine Teenie-Romanze ist. Aria hat mit dem Verlust ihrer Eltern schwer zu kämpfen und mit einem Neuanfang in einer Kleinstadt. Und bevor man es sich versieht, werden ihre Haare über Nacht weißblond. Wow! Das geht super schnell und genauso schnell zieht die Fantasy ein.
Aber natürlich braucht eine gute Geschichte auch andere Charaktere. Es gibt wenig überraschend den netten Sunnyboy - Simon. Ich muss ganz ehrlich sagen, das ich ihn schrecklich finde. Ja er ist nett und fürsorglich aber mir persönlich zu glatt, zu besitzergreifend und einfach zu viel. Ich finde ihn erdrückend und es strengt mich an das Aria immer wieder zu ihm geht. Puh!
Vor allem da es Dean gibt und er so viel interessanter ist. Klar er sieht nach einem klassischen Badboy aus aber na und?!
Wenn ihr jetzt glaubt, das Buch trieft vor Klischees, möchte ich euch entwarnen, das mag so aussehen aber das Buch kommt mit coolen Charakteren, die man wirklich kennen lernt. Gerade am Anfang braucht es ein wenig Oberflächlichkeit. Das passt auch perfekt zu Noemi, die ich einfach nur schrecklich fand. Ich war schon drauf und dran sie völlig zu hassen weil sie einfach furchtbar auftritt und dann gibt es eine Wendung, die sehr überraschend kommt und trotzdem echt wirkt.
So und wenn man diese Charaktere zusammen nimmt, hat man schon eine verdammt gute Story aber es wartet auch noch die Apokalpyse und Todesboten auf einen.
Das ist mal richtig abgefahren weil gerade diese Thematik, wirklich etwas Neues ist. Ich hatte dazu bisher nichts gelesen und auch deshalb ist die Geschichte einfach spannend. Natürlich gibt es am Ende einen fiesen Cliffanger aber damit musste man geradezu rechnen.

Coole Fantasy, die einfach gelesen werden muss. Kira Licht ist eine Autorin, die man auf dem Schirm haben sollte.

Eure Jen

Montag, 5. April 2021

Jen liest: Veit Etzold - Blutgott

© Droemer Knaur

Blutgott

    Clara Vidalis Bd. 7

Autor: Veit Etzold
Verlag: Knaur
Taschenbuch: 464 Seiten
Preis: 10,99 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Genre: Thriller
ISBN: 978-3-426-52408-4
Erscheinungstermin: 04/2020

Rezensionsexemplar: Ja


Inhalt:

Clara Vidalis und ihr Team werden zur Hilfe gerufen weil sie es mit einem besonders perfiden Serienkiller zu tun bekommen. Der Blutgott animiert unter 14-jährige zum Mord da diese straffrei bleiben. Nun gilt es den Blutgott zu fassen und dafür muss man auch mal ungewöhnliche Wege gehen...

Meinung:

Das Cover gefällt mir extrem gut. Schlicht und doch so viel sagend!
Ich musste durch den Titel und das Zeichen spontan an Khorne dem Blutgott von Warhammer 40k denken und da ich ja auch weiß, das Veit Etzold Tabletop spielt, würde es mich nicht wundern, wenn er genau davon inspiriert wurde.

Dieser Teil ist in meinen Augen um einiges brutaler und man muss sich auf einiges gefasst machen. Hier wird mit klaren Bildern unglaublich grausame Dinge beschrieben und das von Anfang an.
Das zentrale Thema ist unter anderem Serienkiller und das merkt man sehr deutlich. Während die Ermittler den Blutgott jagen werden immer wieder Fälle von anderen Serienkillern erwähnt. Wer sich für True Crime interessiert und auch für die Anfänge des Profiling, ist hier genau richtig weil man mit einer Menge Informationen gefüttert wird auf die man aufbauen kann. Richtig cool!
Aber nicht nur der True Crime Aspekt und die Brutalität lassen den Fall herausstechen sondern auch die Täter. Natürlich gibt es den Blutgott der die Strippen zieht aber im Vordergrund lässt er unter 14-jährige agieren und das ist wirklich übel.
Veit Etzold prangert nicht nur die Gefahr des Internets an, denn auch das Dark Web mit all seinen Untiefen hat hier einen großen Auftritt sondern auch die Tücken unseres Justizsystems. Nicht nur stellt er die Straffreiheit von unter 14-järigen zur Debatte, er erläutert auch immer wieder wie in Deutschland Täterschutz vor Opferschutz betrieben wird.
Man hat den Eindruck Veit Etzold wird immer provokanter in seinen Aussagen. Er legt den Finger auf die Wunde und zeigt die Mängel auf. Sehr spannend weil man so einiges dazulernt und vor allem eine Menge Stoff zum Nachdenken und Diskutieren bekommt.
Aber er bringt auch unsere Lieblingsfigur Clara Vidalis in einen starken Gewissenskonflikt - wie weit darf man gehen um einen Mörder zu schnappen? Tja...ihr müsst das Buch lesen um zu wissen was Clara vorschlägt. Nur so viel - es ist unkonventionell.
Und das Ende ist echt krass. Ich war sprachlos und dachte nur: OH MEIN GOTT.
Ich bin wirklich gespannt, wie es weiter geht und was Clara im nächsten Fall erwarten wird.

Krasses Buch bei dem man starke Nerven braucht. Thriller und True Crime Fans kommen voll auf ihre Kosten.

Eure Jen

Mittwoch, 31. März 2021

Jen liest: Veit Etzold - Schmerzmacher

© Knaur TB

Schmerzmacher

Autor: Veit Etzold
Verlag: Knaur TB
Taschenbuch: 400 Seiten
Preis: 10,99 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Genre: Thriller
Reihe: Clara Vidalis ; Bd. 6
ISBN: 978-3-426-52112-0
Erscheinungstermin: 10/2018

Rezensionsexemplar: Ja


Inhalt:
Clara wird zu einem Fall gerufen, der nach einem Suizid aussieht. Doch nur fast, schnell wird klar, das es Mord war.
Aber auch ihr Peiniger Ingo M. tritt wieder in Erscheinung, obwohl er doch eigentlich tot ist.
Es brauen sich dunkle Wolken zusammen und Clara steckt mittendrin ...

Meinung:
Das Cover passt wieder zur Reihe. Gerade die Schlichtheit, lenkt die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche und das ist zum einen der Titel und das Blut. Sehr effektvoll und passend.

Clara Vidalis ist eine unglaublich starke Persönlichkeit. Sie macht das Buch aus und mit ihr entwickelt sich alles.
In diesem Teil geht Clara gefühlt von einer Hölle in die nächste. Es grenzt schon an psychologische Folter, was sie alles mitmachen und erleben muss. Und das wo sie gefühlt, gerade erst ihr Kind verloren hat. Das ist sicher nicht einfach für den ein oder anderen und ich habe so mit ihr mitgelitten. Veit Etzold schafft es immer wieder, das man sich mit Clara Vidalis verbunden fühlt.
Aber Ingo M. kehrt auch auf perfide Weise zurück wodurch der Tod ihrer Schwester keine geringe Rolle in diesem Teil spielt. Die Seelenqualen sind ziemlich groß, was bei einem Buch, das Schmerzmacher heißt gut passt. Darauf muss man aber auch gefasst sein weil es einen wirklich mitnehmen kann. Veit Etzold schreibt nicht für schlichte Gemüter.

Das ist die eine Seite der Geschichte.
Aber wir behandeln auch noch eine historische und politische Komponente. Es geht um die DDR, um die Stasi, die Wirtschaft und wie man das alles nutzen kann. Man wird regelrecht mit Fakten beschossen und muss dabei versuchen dem weißen Kaninchen zu folgen weil sonst ist man verloren. Man hat schon den Eindruck eher einen Politthriller zu lesen und daran sieht man welche Kompetenz Veit Etzold aufweist.
 Er hat hier einen anspruchsvollen Thriller erschaffen, der mit viel Können brilliert.
Veit Etzold hat nicht nur ein Talent zum Schreiben, sondern kann komplexe Gedankengerüste bauen, die einen an Fiktion zweifeln lassen.
Das Buch wirkt einfach real - zu real.

Eure Jen